Spezial

Mittermeier sucht Zimmer

   


Januar 2014. Ein Hilferuf. 


Passau/München (sick) - Sportblogger Johannes Mittermeier (23) steht kurz vor einem Wechsel innerhalb Bayerns. Weil sein auslaufender Vertrag in Passau nicht mehr verlängert wird, sucht der leidlich bekannte Schmierfink eine Bleibe in München.  

 

In den vergangenen drei Jahren absolvierte Mittermeier das wohlwollend wie hochtrabend klingende Studienfach „Business Administration and Economics“. Auf gut Deutsch: BWL. 2014 wird er für ein halbes Jahr an das Sportportal SPOX ausgeliehen, wobei sich die abnehmende Partei eine Option auf Weiterbeschäftigung sicherte. Über Ablösemodalitäten und Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart. 

 

In Passau quasi aussortiert, fahndet der völlig neutrale Fußballbeobachter nach einer Unterkunft im Mietparadies München. „Einige Angebote waren vielversprechend“, berichtet Mittermeier, „aber letztlich verliefen alle Verhandlungen ergebnislos.“ Dabei benötigt der 23-jährige keine exquisite Suite, ein Dach über dem Kopf für lange, kalte Sommernächte würde ihm bereits reichen. 

 

„Das Zimmer sollte geräumig sein, hell natürlich, und sauber! Es sollte Bett, Schrank und Aquarium enthalten, außerdem Parkett inklusive Fußbodenheizung, jedoch keine Holzvertäfelungen. Die Wände sollten in einem dezenten Terrakotta-Ton gehalten sein, wenigstens aber etwas Warmes, Heimeliges vermitteln. Eine einladende Galerie ist optional, ebenso der begehbare Kleiderschrank und eine ausgelagerte Kochinsel, auch ein Plasmabildschirm zählt nicht zu den dringendsten Prioritäten. Besonderen Wert lege ich indes auf einen lichtdurchströmten Raum mit Blick auf den See, die Berge oder die Allianz-Arena“, umreißt Mittermeier grob seine Erwartungen. „Es muss also absolut nichts Außergewöhnliches sein.“

 

Aufgrund einiger missglückter Spekulationen auf japanischen Aktien - und Devisenmärkten (unerlässliche Implikationen des Studiums) verfügt der stets bescheiden agierende Uni-Abgänger nur über ein begrenztes Budget. Entsprechend bewegen sich seine Aussichten zwischen täglicher Pendelei - 100 Kilometer einfach - und dem Bezug einer Wohngemeinschaft. Mittermeier beschreibt sich selbst als „umgänglichen und unkomplizierten Typen“, der zwar keine WG-Erfahrung mitbringe, laut eigener Aussage aber „anpassungsfähig“ sei (was die Existenz seines Zweitnamens Chamä-Leon erklärt). Der passionierte Passivsportler raucht nicht, trinkt selten und schätzt Gras ausschließlich als Untergrund des Fußballspiels. 

 

Einem breiten Publikum zugänglich gemacht wurde Johannes Mittermeier - noch nicht. In der jüngeren Vergangenheit zog er sämtliche literarische Register, um mit pathetischen Abhandlungen, satirischen Glanzstücken oder ausschmückenden Portraits zu glänzen, schafft es trotz dieser Anstrengungen allerdings nach wie vor in keine Empfehlungsliste anderer Blogs. Immerhin schleppt Mittermeier, der sich kürzlich Beschimpfungen wie „deutscher Eliteblogger“ und „einer der besten Sportblogger dieser Tage“ gefallen lassen musste, eine Twitter-Schar von über 1111 Followern nach München. Ein einziger Glückstreffer auf dem Wohnungsmarkt würde ihn momentan umso seliger stimmen.


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-> Zur Person: Johannes Mittermeier, Jahrgang 1990, ist ein Pseudo-Sportjournalist. Nachdem er mit zwölf ein handgeschriebenes Saisonheft an den FC Bayern schickte und als Antwort die ermutigende Zuschrift erhielt, „talent“ für die Schriftstellerei zu besitzen, war Mittermeiers Motivation geweckt. Der pubertierende Gymnasiast verfasste vier bis heute unveröffentlichte Saisonrückblicke (2005-2009) über den FC Bayern. Anfang 2012 initiierte er die inzwischen etablierte Plattform „Mittermeiers Sportblog" und expandierte ein Jahr später als RoyRudolphusAnton zu SPOX. Im Anschluss an Stationen bei !NS!DE RAC!NG und Sportwetten Pur (ehemals Fußball Pur) schreibt der fast fertig studierte Wirtschaftswissenschaftler aktuell unregelmäßig für Formel-Woche und regelmäßig für FUMS sowie als permanent-penetranter Gastautor bei Planet of Sports. Bisheriges Karrierehighlight: Die Veröffentlichung auf 11Freunde - als Drittplatzierter eines Gewinnspiels. Er räsonierte fünfmal bei NachGetreten auf der Campus Crew, dreimal im Blogspot360 auf Sportradio360 und nie im Sky-Hangout von Sky. Gerüchte, das Johannes Mittermeier kurz - und mittelfristig ein Buch plane, wobei die einzig offenen Fragen um Thema, Inhalt, Umfang, Vertrieb und Zeitpunkt kreisen, wollte Mittermeiers Management weder bestätigen noch dementieren.